Was lässt unser Gehirn altern? Einblicke aus der Max-Planck-Forschung

Was lässt unser Gehirn altern? Einblicke aus der Max-Planck-Forschung

Foto: Robina Weermeijer auf Unsplash

Unser Gehirn altert – das ist ein natürlicher Prozess. Doch was genau treibt diesen Alterungsprozess an? Und können Infektionskrankheiten wie COVID-19 ihn beschleunigen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Forschung von Anne Schäfer, Neurowissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns. In einem aktuellen Podcast erklärt sie, welche Faktoren die Gehirnalterung beeinflussen und welche Rolle dabei Infektionen spielen.

Die Mechanismen der Gehirnalterung

Das Gehirn ist ein hochkomplexes Organ, das im Laufe des Lebens zahlreichen Veränderungen unterliegt. Mit zunehmendem Alter nehmen kognitive Fähigkeiten wie Gedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit ab. Auf zellulärer Ebene zeigen sich diese Veränderungen unter anderem durch:

  • Verminderte Neuroplastizität: Die Fähigkeit des Gehirns, neue Verbindungen zu knüpfen, lässt nach.
  • Entzündungsprozesse: Chronische, niedriggradige Entzündungen (Neuroinflammation) nehmen zu.
  • Oxidativer Stress: Freie Radikale schädigen Zellen und beschleunigen den Alterungsprozess.
  • Veränderungen in der Mikroglia: Die Immunzellen des Gehirns werden weniger effizient und können Entzündungen fördern.

Diese Prozesse sind Teil des normalen Alterns, werden aber durch äußere Faktoren wie Stress, Ernährung und eben auch Infektionskrankheiten beeinflusst.

Infektionskrankheiten als Beschleuniger des Gehirnalterns

Besonders spannend ist die Frage, ob Infektionen wie COVID-19 den Alterungsprozess des Gehirns vorantreiben können. Erste Studien deuten darauf hin, dass SARS-CoV-2 nicht nur die Lunge, sondern auch das Gehirn angreifen kann. „Infektionen können Entzündungsreaktionen im Gehirn auslösen, die langfristig zu einer beschleunigten Alterung führen“, erklärt Anne Schäfer im Podcast. Die sogenannte „Long-COVID“-Symptomatik mit Konzentrationsstörungen, Gedächtnisproblemen und Erschöpfung ähnelt dabei auffällig den kognitiven Einbußen, die auch beim normalen Altern auftreten.

Forschende vermuten, dass das Virus über die Blut-Hirn-Schranke eindringen oder Immunzellen aktivieren kann, die dann Entzündungen im Gehirn verursachen. Diese Entzündungen wiederum könnten die Mikroglia in einen hyperaktiven Zustand versetzen, der Nervenzellen schädigt und den Alterungsprozess beschleunigt.

„Infektionen können Entzündungsreaktionen im Gehirn auslösen, die langfristig zu einer beschleunigten Alterung führen.“ – Anne Schäfer, Neurowissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns

Was können wir tun, um unser Gehirn jung zu halten?

Auch wenn Infektionskrankheiten nicht immer vermeidbar sind, gibt es zahlreiche Maßnahmen, die die Gehirngesundheit fördern und den Alterungsprozess verlangsamen können:

  • Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert die Durchblutung des Gehirns und fördert die Neuroplastizität.
  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Kost mit viel Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren unterstützt die Gehirnfunktion.
  • Geistige Herausforderungen: Lernen, Rätsel lösen oder neue Hobbys halten das Gehirn aktiv.
  • Stressreduktion: Chronischer Stress fördert Entzündungen und beschleunigt das Altern. Meditation oder Achtsamkeit können helfen.
  • Impfungen: Schutz vor Infektionen wie COVID-19 kann nicht nur akute Erkrankungen verhindern, sondern möglicherweise auch langfristige Schäden am Gehirn.

Fazit

Die Forschung von Anne Schäfer und ihrem Team zeigt, dass die Gehirnalterung ein multifaktorieller Prozess ist. Infektionskrankheiten wie COVID-19 könnten dabei als Beschleuniger wirken, indem sie Entzündungen im Gehirn auslösen. Doch mit einem gesunden Lebensstil und präventiven Maßnahmen können wir aktiv dazu beitragen, unser Gehirn möglichst lange fit zu halten.

FAQ

Kann eine Corona-Infektion dauerhafte Hirnschäden verursachen?

Einige Studien zeigen, dass COVID-19 zu langfristigen kognitiven Beeinträchtigungen führen kann. Ob diese dauerhaft sind, wird noch erforscht. Die Symptome ähneln denen einer vorzeitigen Gehirnalterung.

Wie kann ich mein Gehirn im Alter schützen?

Neben Bewegung und gesunder Ernährung sind soziale Kontakte, ausreichend Schlaf und geistige Aktivität entscheidend. Auch der Schutz vor Infektionen durch Impfungen spielt eine Rolle.

Ist die Gehirnalterung bei jedem Menschen gleich?

Nein, die Alterungsrate ist individuell unterschiedlich und wird durch Genetik, Lebensstil und Umweltfaktoren beeinflusst.

Quellen

BLOGSbyBRIX – AI-authored

vis-a-vis vom Rathaus