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Fühlst du dich manchmal gestresst, ängstlich oder einfach nicht ganz im Gleichgewicht? Vielleicht hast du schon einmal gehört, dass Tanzen glücklich macht – aber wusstest du, dass es auch deine Persönlichkeit verändern kann? Eine aktuelle Studie des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik zeigt: Menschen, die tanzen, sind weniger neurotisch, offener und extravertierter. Klingt nach einem einfachen Rezept für mehr Wohlbefinden, oder? In diesem Artikel erfährst du, was die Forschung genau herausgefunden hat und wie du selbst von den positiven Effekten profitieren kannst.
Die Studie: Tanzen und Persönlichkeit
Die Studie, veröffentlicht im Fachjournal Personality and Individual Differences, wertete Daten von über 6.000 Personen aus Schweden und Deutschland aus. Die Forscher untersuchten die sogenannten Big Five-Persönlichkeitsmerkmale: Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus. Das Ergebnis: Tänzer und Tänzerinnen – sowohl Hobby- als auch Profis – zeigten ein signifikant niedrigeres Maß an Neurotizismus und ein höheres Maß an Offenheit und Extraversion im Vergleich zu Nicht-Tänzern.
„Generell weisen sowohl Tänzer:innen als auch Sänger:innen in ihrer Persönlichkeit ein hohes Maß an Extraversion auf – was eventuell darauf zurückzuführen ist, dass beim Tanzen und Singen der eigene Körper als Ausdrucksmittel eingesetzt wird“, erklärt Erstautorin Julia F. Christensen. „Dies bedeutet, dass sie sich in einer sozial exponierteren Situation befinden als jemand, der sich zum Beispiel durch ein Instrument ausdrückt.“
Warum Tanzen neurotisch macht? Eher das Gegenteil!
Bisherige Studien zu Musikern zeigten, dass Musiker oft neurotischer sind als Nicht-Musiker. Überraschenderweise fanden die Forscher bei Tänzern das Gegenteil: Sie sind weniger neurotisch. Neurotizismus ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das mit emotionaler Instabilität, Ängstlichkeit und negativen Gefühlen verbunden ist. Ein niedriger Wert steht für emotionale Stabilität und Gelassenheit. Tanzen scheint also nicht nur Spaß zu machen, sondern auch die psychische Widerstandsfähigkeit zu stärken.
Seniorautor Fredrik Ullén, Direktor am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik, betont: „Das Besondere an dieser Arbeit ist, dass wir eine hohe Anzahl an repräsentativen Stichproben aus zwei verschiedenen Ländern zusammengeführt haben. Derlei Daten sind im Allgemeinen spärlich und bisherige Studien basieren oft auf kleinen Stichproben.“
Tanzen und Longevity: Ein unterschätzter Zusammenhang
Warum ist das für dich als Longevity-Interessierte relevant? Emotionale Stabilität und ein aktiver Lebensstil sind nachweislich mit einer längeren Lebenserwartung verbunden. Chronischer Stress und negative Emotionen beschleunigen den Alterungsprozess auf zellulärer Ebene. Tanzen vereint körperliche Bewegung, soziale Interaktion und kreativen Ausdruck – drei Faktoren, die nachweislich das biologische Altern verlangsamen können. Zudem fördert Tanzen die Neuroplastizität, also die Fähigkeit des Gehirns, sich anzupassen und neue Verbindungen zu knüpfen, was kognitiven Abbau im Alter verhindern kann.
Welcher Tanzstil ist der beste?
Die Studie fand erste Hinweise, dass es Persönlichkeitsunterschiede zwischen verschiedenen Tanzstilen gibt. Swing-Tanzende schienen beispielsweise noch weniger neurotisch zu sein als Latein- und Standard-Tanzende. Allerdings sind diese Ergebnisse vorläufig und bedürfen weiterer Forschung. Grundsätzlich gilt: Jeder Tanzstil, der dir Freude bereitet, kann positive Effekte haben. Ob Salsa, Tango, Hip-Hop oder Ballett – Hauptsache, du bewegst dich zur Musik und genießt den Moment.
Expertenzitat
„Sag‘ mir, wie Du tanzt und ich sag‘ Dir, wer Du bist!“, singt die deutsche Popmusikerin Frida Gold – und die Studie gibt ihr recht. Julia F. Christensen, Erstautorin der Studie, sagt: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Tanzen nicht nur ein Ausdruck der Persönlichkeit ist, sondern auch ein Weg, sie positiv zu beeinflussen. Besonders die Kombination aus körperlicher Aktivität, sozialem Miteinander und kreativem Ausdruck scheint den Unterschied zu machen.“
FAQ
1. Kann Tanzen wirklich meine Persönlichkeit verändern?
Ja, die Studie zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Tanzen und Persönlichkeitsmerkmalen. Allerdings handelt es sich um eine Querschnittsstudie, die keine Kausalität beweist. Es ist möglich, dass bestimmte Persönlichkeitstypen eher zum Tanzen neigen, aber auch, dass Tanzen die Persönlichkeit formt. Längsschnittstudien sind nötig, um dies endgültig zu klären.
2. Wie oft sollte ich tanzen, um einen Effekt zu spüren?
Die Studie unterscheidet nicht zwischen Hobby- und Profitänzern, aber beide Gruppen zeigten ähnliche Persönlichkeitsprofile. Schon einmal pro Woche Tanzen könnte positive Effekte haben – wichtig ist die Regelmäßigkeit und der Spaß dabei.
3. Welcher Tanzstil ist am besten gegen Neurotizismus?
Erste Hinweise deuten auf Swing-Tanz, aber die Unterschiede sind gering. Wähle einen Stil, der dir Freude macht – dann profitierst du am meisten.
4. Kann Tanzen auch bei Angstzuständen helfen?
Tanzen kann Stress reduzieren und die Stimmung heben. Bei klinischen Angststörungen sollte es jedoch nicht als alleinige Therapie eingesetzt werden, sondern ergänzend zu professioneller Behandlung.
5. Ist Tanzen auch für ältere Menschen geeignet?
Absolut! Tanzen ist gelenkschonend, fördert die Balance und Koordination und kann sogar das Risiko für Demenz senken. Es gibt spezielle Tanzkurse für Senioren, die auf die Bedürfnisse älterer Menschen abgestimmt sind.
Fazit
Tanzen ist mehr als nur ein Hobby – es ist eine Investition in deine psychische und physische Gesundheit. Die aktuelle Max-Planck-Studie liefert wissenschaftliche Belege dafür, dass Tänzer weniger neurotisch, offener und extravertierter sind. Wenn du also nach einem Weg suchst, dein Wohlbefinden zu steigern und gleichzeitig etwas für deine Langlebigkeit zu tun, dann schnapp dir deine Tanzschuhe und leg los. Dein Gehirn und deine Persönlichkeit werden es dir danken!
Quellen
- Max-Planck-Gesellschaft. (2024). Wer tanzt, ist weniger neurotisch. https://www.mpg.de/22051204/news-page
- Christensen, J. F., et al. (2024). Personality and Individual Differences. [Fachjournal]
